Geschichte und Recht

Das Qualitätssiegel “Made in Germany” gibt auf vielen Produkten die Herkunft aus Deutschland an.

Viele Hersteller brachten vor dem Ersten Weltkrieg “Made in Germany” oder auch nur Germany auf ihren Waren ergänzend an. Konsumgüter, Ausrüstung und Maschinen wurden damit gekennzeichnet.

Denn Ende des 19. Jahrhunderts konkurrierten neben Großbritannien auch andere europäische Industrienationen am Markt, so begann man im Vereinigten Königreich, sich mit der Kennzeichnung des Herkunftslandes durch Made in Germany gegen minderwertige Nachahmungsprodukte zu schützen (Handelsmarkengesetz von 1887, engl. Merchandise Marks Act 1887).

Das britische Handelsministerium weitete im Ersten Weltkrieg am 3. Februar 1916 die Bezeichnungen auf Made in Austria/Hungary verpflichtend aus. Britische Produkte sollten besser geschützt werden und den Briten sollte es leichter gemacht werden, die Waren des Gegners zu erkennen und zu boykottieren.

Nach dem Krieg wurde die Kennzeichnung beibehalten. Aus der Kennzeichnung Made in Germany, wurde langsam ein Qualitätssiegel, dass nicht nur in Großbritannien sich durchsetzte und bekannt wurde.

Rechtliches – Urteile

Keine zentrale Stelle kontrolliert Made in Germany. Der Begriff wurde aber durch diverse Gerichtsurteile klar abgegrenzt.

  • 1974 entschied der Bundesgerichtshof, dass durch den einheitlichen Begriff Made in Germany nicht zwischen den beiden damaligen deutschen Staaten unterschieden werden konnte, so dass Made in West Germany und Made in GDR nach und nach Einzug hielten. “GDR” steht hier als Abkürzung für “German Democratic Republic”, der englischen Übersetzung von DDR.
  • 1995 entschied das Oberlandesgericht Stuttgart, dass Made in Germany gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, wenn der größte Teil des Produkts nicht aus deutschen Rohstoffen besteht oder nicht aus deutscher Fertigung kommt.